Konflikte im B2B-Umfeld
Gesellschafter, Nachfolger, Geschäftspartner: In Konflikten, in denen es um viel geht, ist der Rechtsweg oft die naheliegendste Idee. Aber nicht immer die beste.
Ein Gesellschafter will investieren, der andere ausschütten. Ein Seniorchef hat das Unternehmen übergeben, redet aber weiter mit. Ein langjähriger Lieferant hat einen Auftrag verpatzt, und plötzlich geht es nur noch um Vertragsstrafen.
In solchen Konflikten stehen sich ehemalige Vertraute und Partner mit eigenen Interessen, eigenen Rechten und oft eigenen Anwälten gegenüber.
Recht haben und Recht bekommen
Der Rechtsweg liegt nahe. Er verspricht Klarheit: Wer hat Anspruch worauf? Diese Frage kann ein Gericht beantworten. Wie die Beteiligten danach weiter zusammenarbeiten können, beantwortet es nicht.
Das ist dort ein Problem, wo die Beziehung nicht endet. Gesellschafter bleiben Gesellschafter, auch nach einem Urteil. Eine Familie bleibt eine Familie, auch wenn die Nachfolge vor Gericht geregelt wurde.
Wo der eigentliche Schaden entsteht
Der größte Schaden entsteht selten im Gerichtssaal. Er entsteht in den Monaten davor und danach: Entscheidungen werden vertagt, weil man sich nicht einig wird. Geschäfte kommen nicht zustande. Gute Leute gehen, weil die Stimmung an der Spitze das ganze Unternehmen vergiftet. Langjährige Beziehungen zerbrechen.
Diese Kosten stehen in keiner Klageschrift.
Die Kraft der Wirtschaftsmediation
In einer Mediation geht es darum, die Interessen hinter den Positionen zu erkunden. Der Gesellschafter, der ausschütten will, braucht vielleicht Sicherheit für seine Altersvorsorge. Der Seniorchef, der weiter mitredet, sorgt sich vielleicht um das, was er aufgebaut hat.
Solche Interessen lassen sich oft vereinbaren. Positionen meist nicht.
Die Parteien behalten dabei die Kontrolle über das Ergebnis. Anwälte können die Mediation begleiten und sollten die Vereinbarung prüfen. Der Rechtsweg bleibt offen, falls keine Einigung gelingt.
Wann Mediation nicht passt
Mediation setzt voraus, dass beide Seiten grundsätzlich eine Lösung wollen. Und wo eine grundsätzliche Rechtsfrage geklärt werden muss, kann ein Urteil der richtige Weg sein.
Eine Stunde.
Und Sie haben einen Plan.









